Rezension: Blätterrauschen (Kosmos Verlag)

  • Es rauschen die Blätter im tiefen Wald...


    Für 2 bis 6 Spieler ab 8 Jahren.

    Dauer 15 bis 20 Minuten.


    Material: 2 Holzwürfel in den Farben Grün und Natur mit Sonderprägung / 1 Spielblock (200 Blatt = 50 Blätter pro Jahreszeit) / Spielregel.


    Ein weiteres Spiel aus dem derzeit so beliebten Genre "Roll & Write": In Blätterrauschen von Paolo Mori (Kosmos Verlag) geht es durch die vier Jahreszeiten - und zwar im Wald mit seinen Bäumen, Pilzen, Tieren, Insekten und den Wetterereignissen. Frühling, Sommer, Herbst und Winter haben jeweils eigene Spielblätter mit jahreszeitlich stimmigen Symbolen.



    Worum es geht:

    Abhängig vom Ergebnis des Würfelwurfes zeichnet jeder ein rechteckiges Gebiet auf seinem Spielblatt ein. Anschließend wird innerhalb dieses Gebietes ein (!) Symbol ausgewählt und alle Felder mit diesem Symbol angekreuzt. Klingt einfach, ist bei manchen Symbolen aber durchaus knifflig: So bestehen etliche Abhängigkeiten, z.B. zwischen Biene und Blume oder zwischen Vogel und Beere, ohne deren Erfüllung es am Spielende keine Punkte gibt.


    Wie man spielt:

    Nach Auswahl des Startfeldes (hier muss jeder ein unterschiedliches Feld einzeichnen) würfelt der Startspieler mit beiden Würfeln. Wird z.B. eine Zwei und eine Vier gewürfelt, muss jeder ein Rechteck von 2x4 Feldern auf seinem Spielblatt einzeichnen, wobei die Ausrichtung - hoch oder quer - egal ist. Das erste Gebiet muss allerdings das Startfeld einbeziehen. Dann sucht sich jeder ein Symbol in dem Gebiet aus und kreuzt alle gleichen an. Sind z.B. zwei Blumen im Gebiet, darf man beide ankreuzen. Anschließend werden die soeben angekreuzten Felder im Wertungsbereich eingetragen. Ab und zu erscheinen auch Wolken auf den Würfeln: Dann sind je nach Spielblatt unterschiedliche Aktionen zu erfüllen oder es entstehen Abhängigkeiten zu anderen Symbolen.


    In allen folgenden Würfelrunden muss dann das neu eingezeichnete Gebiet mit mindestens einem Feld an ein schon vorhandenes Gebiet angrenzen. Einmal pro Spielblatt darf man auch einen Joker einsetzen, d.h., man darf sich nach dem Würfelwurf die Augenzahl des Jokerwürfels aussuchen. Es werden so viele Runden gespielt, bis niemand mehr weiterspielen will oder kann (wenn alle Spieler entweder gepasst haben oder sechs Fehlwürfe eintragen mussten).


    Punkte:

    Jedes Symbol hat seine ganz eigenen Punktebedingungen. Welche das sind und welche Abhängigkeiten zu anderen Symbolen bestehen, wird in der verständlichen Spielregel gut erläutert. Und wie sollte es anders sein? Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel. Bei Gleichstand gewinnt, wer die wenigsten Fehlwürfe eingetragen hat.


    Fazit:

    Blätterrauschen ist schnell erklärt und erlernt. Wer bereits "Roll & Write"-Spiele kennt, wird keine Schwierigkeiten beim Einstieg haben. Aus meiner Sicht nicht ohne Anspruch (und nicht ohne Grübeleien im Spiel) ist die Frage, welche Strategie ein Spieler denn wählen sollte. Es gibt z.B. große Punktemengen für komplette Symbol-Serien, es werden manchmal aber nur Punkte bei Erreichen einer geraden Anzahl von Symbolen vergeben, Elche sollten innerhalb des Gebiets residieren - Bären dagegen nur außerhalb...


    Kleines Beispiel aus meiner eigenen ersten Runde: Beim Spielblatt "Frühling", mit dem das erste Spiel absolviert werden sollte, darf man sich nicht von der hohen Punktzahl bei Ankreuzen aller Regenbogen in die Irre führen lassen: Dafür alleine braucht es meist schon sieben Gebiete und es wird sehr schwierig, in den weiteren Gebieten noch "lukrative" Symbole anzukreuzen. Eine Spielrunde ist schneller zu Ende als gedacht... Ich empfehle, erst einmal ein oder zwei Runden jeder Jahreszeit auszuprobieren, die Wertungsregeln kennen zu lernen und vielleicht auch an einer möglichen Punktestrategie zu "basteln". Basteln deswegen, weil der Glücksfaktor nicht zu unterschätzen ist und leider nur ein Joker pro Spielblatt zur Verfügung steht.


    Insgesamt sehe ich Blätterrauschen als solides "Roll & Write" an, das sich nicht vor anderen Titeln verstecken muss. Gute vier Würfelaugen hat es allemal verdient.


    Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennen lernen, als im Gespräch in einem Jahr. [Platon]

  • Tatsächlich läuft es erwas anders, man ist immer hin und hergerissen, auf was man sich konzentriert beim Ankreuzen. Und nachdem der Zufall der Würfel so manches geschenkt oder einem vermiest hat, heißt es Strategie abpassen und alles kann man sowieso nicht bekommen.

    Mir hat es Spaß gemacht. :thumbup:

    "Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, (Friedrich Schiller, 1759-1805)