Rezension: Carcassonne Goldrausch

  • Nach zwei Testspielen zu zweit (noch ohne Farmer und deren Wertung - wie in der Spielregel empfohlen, und m.E. bei den ersten Spielen aufgrund der neuen Mechanismen absolut sinnvoll) ein Kurzbericht:


    Wir waren sehr angetan von der Kombination der bekannten Carcassonne-Spielmechanismen mit den neuen Plättchen (ansprechende Grafik; u.a. mittels Wildpferden und Indianerlagern stimmig in den "wilden" Westen umgesetzt), dem "Ertrag der Claims" (Nuggets oder Schotter) und der ganz anderen Punktewertung am Ende.


    Da man neben der üblichen Punkte für abgeschlossene Gebiete - im "Goldrausch" Berge (statt Städte), Eisenbahnlinien (statt Wege) und Prärie (statt Wiesen) - auch Schürfrechte erhält (sofern man sein Zelt in einem Berg platziert hat und im entsprechenden Zug keinen "Meeple" einsetzt), gibt es einen neuen Spannungsfaktor. Denn das geschürfte Gold kann u.U. nur Schotter sein; manchmal gibt's aber gleich mehrere fette Nuggets. Zusätzlich gibt es auch Städte (eigentlich Bahnknotenpunkte), die mittels "Händler" ordentlich Punkte bringen können - allerdings nur bei fertig gestellten Bahnlinien.


    Der Spannungsfaktor von "Goldrausch" liegt m.E. hauptsächlich darin, dass alle Punkte des Goldschürfens bis zum Ende geheim bleiben. So kann etwa ein durchschnittliches Ergebnis aufgrund der Gebietswertungen (was ja jeder Mitspieler auf der Punktezählleiste sehen kann) nach Auszählen der Nuggets durchaus zu einem Sieg führen.


    Den Spielreiz von "Goldrausch" möchte ich, ähnlich wie schon bei "Südsee" [siehe meine Rezension in diesem Forum], mit dem klassischen Carcassonne nicht vergleichen, da wir das Grundspiel stets mit bis zu sechs großen und etlichen kleinen Erweiterungen spielen. Die Landschaft ist für einen Enthusiasten demnach logischerweise sehr klein, wobei die erste - aber nur kleine - Goldrausch-Erweiterung ("Sheriff") schon erschienen ist.


    Insgesamt bringt "Goldrausch" ein etwas anderes, vielleicht ein wenig spannenderes, Carcassonne-Spielerlebnis - aber ein durchaus sehr Positives! Aus meiner Sicht hat es eine solide Note 2+ verdient!

    Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennen lernen, als im Gespräch in einem Jahr. [Platon]