Wann und wie wurde bei Euch die Leidenschaft zum Spielen entfacht?

  • Da ich von Natur aus ein sehr neugieriger Mensch bin wollte ich von Euch mal wissen in welchem Alter und durch welche Ereignisse oder Umstände bei Euch die Leidenschaft zum Spielen entfacht wurde?


    Bei mir war das so: im Elternhaus waren Spiele kein großes Thema. Wir hatten Monopoly, Mensch-Ärgere-Dich-Nicht und Canasta Karten.

    Ich bin aber oft bei meiner Tante zu Besuch gewesen. Und diese hatte für damalige Verhältnisse richtig viele Spiele. Und immer wenn ich bei ihr war haben wir zu viert oder fünft stundenlang gespielt. Meine Lieblingsspiele zur damaligen Zeit waren Risiko und Barbarosa. Ich glaube Barbarosa habe ich seither nie wieder gespielt - obwohl ich ein Exemplar im Schrank liegen habe. Und diese Stunden habe ich immer sehr genossen. karten Selbst bei Festtagen wie Sylvester hat es meine Tante geschafft die Verwandschaft an den Spieletisch zu bekommen. Da wurde dann ganz oft Trivial Pursuit gespielt - in diesem Spiel war mein Opa mit seinem riesigen Allgemeinwissen fast unschlagbar.


    Als ich später meinen Sohn bekommen habe, habe ich mit ihm unzählige Stunde gespielt. Und nachdem ich nach Dettingen/Erms gezogen bin stand fest ich möchte eine Spielegruppe gründen. Und das war dann quasi die Geburtsstunde von FritZel's Spielerei. lachend


    So jetzt seid Ihr dran stick

  • Da gibt es ja bei mir gewisse Parallelen in der Kindheit...


    In den späten 60er und frühen 70er Jahren wurde bei uns daheim Memory, Schwarzer Peter, Mensch ärgere Dich nicht, Weltreise, Deutschlandreise und Monopoly gespielt. Später kamen noch Backgammon und Kniffel (dies als "Dauerbrenner") hinzu. Aus dieser Zeit hat neben einem Spielsammlungs-Koffer von Schmidt nur noch ein einziges Spiel überlebt und es in unsere heutige Sammlung geschafft: Das Esso Memory von Ravensburger.


    Bei meiner Oma kamen andere Spiele auf den Tisch: Bei den Wochenendbesuchen und insbesondere während der Sommerferien, in denen ich stets mindestens zwei Wochen bei ihr verbrachte, wurden Halma, Malefiz und insbesondere (täglich) Rommé gespielt.


    In der zweiten Hälfte der 70er Jahre begann der Siegeszug der Spiele von MB, von denen ich regelmäßig das Spiel des Lebens und Slotter gespielt habe. Und selbst mein Vater begann sich in dieser Zeit wieder für Gesellschaftsspiele zu interessieren: Der "Krone Spiele Club" (eine damals beliebte und heute verschwundene Zigarettenmarke) bot in Kooperation mit ASS und Schmidt, für die damalige Zeit revolutionär, Spiele für Erwachsene an. Das Krone Spiele Buch und ein paar Spiele habe ich hier; manche warten auf ihren "Ersteinsatz" nach über 40 Jahren.


    Es folgten für mich die ersten paar Jahre ohne spielerische Aktivitäten. In der Studienzeit wurden - wie Mitte der 80er Jahre allgemein üblich - fast nur Risiko, Trivial Pursuit oder klassische Kartenspiele wie Schafkopf auf den Tisch gebracht.


    Eine weitere Zeit ohne nennenswerte spielerische Aktivitäten waren dann quasi die ganzen 90er Jahre. Mit Melli habe ich zunächst ab und zu Rommé gespielt, bis wir 2004 durch den neuen Partner einer Freundin, der sich als absoluter Spielefreak entpuppte, in den Bann gezogen wurden. Die Siedler von Catan müsse man kennen, sagte er. Stimmt! Die Leidenschaft war entfacht und "Catan" war dann auch das erste Spiel unserer Sammlung, die ab 2005 aufgebaut und bis heute gewaltig vergrößert wurde.

    Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennen lernen, als im Gespräch in einem Jahr. [Platon]

  • Ach das ist ja eine schöne Idee Nicole, so lerne ich alle noch besser kennen!


    Also bei mir hat das alles gestartet als ich ca. 4 Jahre alt war. Mein lieber Opa hatte Malefiz im Schrank, hinter dem Chinesischen Teeservice, und ich fragte immer was das da sei. Eines Tages holte er es heraus und erklärte mir wie es gespielt wurde. Nach diesem Tag folgten x Nachmittage an denen er es mit mir spielen musst XD. Dann kamen natürlich zahlreiche Mitbring-Spiele der 80ger auf den Tisch und natürlich die bekannte "Spielesammlung". Diese Edition hatte ein Hütchenspiel drin und mit dem habe ich meine ganzen Cousinen und Cousins an den Tisch geholt :-). Es folgten schwierigere Spiele wie Sagaland und Cluedo oder auch Monopoly pillepalle (Darunter das Legendäre Monopoly Weekend an dem ich das Spiel 11 mal hintereinander mit meinem kleineren Cousin gespielt habe...ich war halt noch klein und wusste es nicht besser lagerfeuer).


    In den Jahren darauf kamen immer mehr Spiele, mit dem typischen 80ger-Charm hinzu und ich war auf jedem Geburtstag und Familienereignis die heiß begehrte "Spielchefin" . Das Auto wurde vollgepackt und man sah auf Familienfeiern kaum etwas von den Kids und jugendlichen.

    Später haben wir sogar Nachbar zum Spielen gebracht mit Barbarossa :-) (ich find das Spiel toll) und Siedler von Catan.


    Es folgte eine Zeit der PC Adventures...


    Mit meinem 1. Partner zogen dann neuere Strategiespiele ein, wobei damals der Spielemarkt eher mau aussah im Gegensatz zu heute. Siedler und Tikal war da unser Favorit (leider hat er damals keine einzige Partie Tikal gewonnen). Als Alternative haben wir uns dann das Siedler Kartenspiel angeschafft, dabei hatte er dann doch hin und wieder eine Chance :-).

    Ich habe damals eine Holzbox gebastelt und viele inoffizielle Kartensets gebastelt. Die Siedler-Box wird heute noch sehr gern benutzt.


    Zu dieser Zeit ca. 2002 gab es kaum Spieletreffs und man musste in Foren nach Leuten in der Nähe suchen, was nicht so einfach war, da einige echt unseriös waren. Aber dennoch fanden wir so unsere langjährigen Spielfreunde in Metzingen (Marion weis wer ;-)). Mit denen ich auch 2 mal an der deutschen Brettspiel-Meisterschaft teilgenommen habe. Einmal schafften wir sogar Platz 4.


    Irgendwann folgte eine kleine Flaute in der ich nicht mehr so oft Spielen konnte, bis ich 2018 vom FritZel im Blättle las... Seither ist mein Spieleschrank so gedehnt worden, das ich tatsächlich ausmisten musste um alles wieder gut unterbringen zu können. Und ja Asche auf mein Haupt, aber ich aber schon wieder die SO-Jubiläumstüte bestellt :huh:

  • Und ja Asche auf mein Haupt, aber ich aber schon wieder die SO-Jubiläumstüte bestellt :huh:

    Da warst Du aber schnell genug. Die 800 Stück waren binnen weniger Stunden ausverkauft. Angesichts der üblichen Frequenz bei der SO wundert mich dieser "Run" schon ein wenig. hmm

    Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennen lernen, als im Gespräch in einem Jahr. [Platon]

  • Gespielt habe ich auch schon immer gerne. Begonnen hat es bei mir wie bei den meisten wohl mit Mensch ärgere dich nicht, das ich auch oft mit meiner Oma gespielt habe und Autoquartetts. Mit meine Opa hatte ich hin und wieder Mühle gespielt. Dann ging das irgenwie über Kniffel, Monopoly, Spiel des Lebens, Verrücktes Labyrinth, Malefiz. Und dann kam das Spielen zum erliegen, irgendwie fehlten interessierte Mitspieler in meinem üblichen Umfeld, das sich so meist ergibt und irgendwie hab ich nie anderswo noch Mitspielern gesucht.

    Das ganze hat sich dann 2013 wieder schlagartig geändert als ich Nicole kennengelernt hatte bigkiss die sogar schon einen eigenen kleinen Spieletreff hatte. Seither leide ich wieder an chronischer Brettspielsucht ;)

    "Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, (Friedrich Schiller, 1759-1805)