Hadara - kurze Rezension

  • Hadara steht im Arabischen für Zivilisation und Kultur. Somit haben wir hier ein Zivilisationsspiel von Benjamin Schwer aus dem Hans im Glück Verlag, bei dem über drei Epochen hinweg eine kleine Siedlung zu einer blühenden Hochkultur entwickelt werden soll. Personen und Errungenschaften müssen geschickt gewählt werden, um die Entwicklung weiter voranzutreiben. Dabei gilt es stets auf genügend finanzielle Mittel zu schauen, aber die Kultur und die militärische Macht nicht außer Acht zu lassen. Und in jedem Fall müssen alle Personen der eigenen Kultur am Ende der Epoche auch ernährt werden können. Ein wenig Glück bei der Auswahl der Personen (in Form von Karten) ist schon nötig, aber eben auch die Beachtung aller oben genannten Faktoren. Passt dies alles einigermaßen, können Kolonien erobert, Skulpturen gemeißelt und silberne sowie goldene Siegel erworben werden. Für fast alle dieser Entwicklungsschritte gibt es am Spielende - teils sehr ordentliche - Siegpunkte.


    Hadara ist relativ schnell und vor allem eingängig erklärt und erlernt, was ganz besonders an der hervorragend verfassten Spielregel :thumbup: liegt, die keine Fragen offen lässt, keine Fehler aufweist und darüber hinaus sehr gut gegliedert ist. Ein solch perfektes Regelwerk ist heute leider sehr selten...


    Die gelungenen Illustrationen und die hochwertige Ausstattung des Spiels (inklusive des "maßgeschneiderten" Inlays) haben mir auch sehr gut gefallen. Hadara eignet sich gut als "anspruchsvolles Familienspiel" mit angenehmer Spieltiefe, wird aber auch den taktischen Kennerspieler sicher nicht enttäuschen. Wie in diesem Spiel-Genre üblich, gäbe es oft zig Aktionsmöglichkeiten - wenn denn nur genügend Geld, militärische Macht, Wissen oder Nahrung vorhanden wären...


    Alles in allem ist Hadara von Spielreiz, Spielmechanik, Material und Regel her höchst gelungen. Kritikpunkt für mich ist nur, dass das eigentliche Thema des Spiels - nämlich das Gefühl, eine Zivilisation zu entwickeln - nicht so ganz ankam.


    Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennen lernen, als im Gespräch in einem Jahr. [Platon]

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    Hadara ist relativ schnell und vor allem eingängig erklärt und erlernt, was ganz besonders an der hervorragend verfassten Spielregel :thumbup: liegt, die keine Fragen offen lässt, keine Fehler aufweist und darüber hinaus sehr gut gegliedert ist. Ein solch perfektes Regelwerk ist heute leider sehr selten...

    Ich hatte das Spiel auch schon gespielt und es hat mir auch sehr gut gefallen und ich kann das alles nur bestätigen. Vor allem das tolle Regelwerk. :thumbup:

    "Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, (Friedrich Schiller, 1759-1805)