Rezension: Carcassonne Südsee

  • Nach einem ersten Spiel zu zweit ein kleines Fazit:


    Wir waren sehr angetan von der Kombination der bekannten Carcassonne-Spielmechanismen mit den neuen Plättchen (sehr ansprechende Grafik) und der ganz anderen Punktewertung. Da man für abgeschlossene Gebiete in der Südsee statt der üblichen Punkte auf der Zählleiste nun Waren (und zwar ziemlich nett gemachte kleine Holz-Bananen, -Fische und -Muscheln; das auch noch in zwei Größen) erhält, ist nicht nur die Haptik eine andere als beim klassischen Carcassonne: Die Waren liegen vor dem Spieler aus und er sucht das passende Schiff, das diese Waren laden möchte.


    Aber spätestens nach der ersten Schiffsbeladung kommt dann die Taktik ins Spiel: Welche Schiffe liegen überhaupt bereit? Bringen sie genügend Punkte? Was sollte ich demnach in der "Ernte" forcieren - wenn es denn geht, d.h., bekomme ich beim Nachziehen passende Plättchen? Diese strategischen Erwägungen machen Carcassonne Südsee sehr interessant. Und ein gewisser Glücksfaktor prägt Carcassonne aufgrund des Ziehens verdeckter Landschaftsplättchen ja ohnehin seit jeher...


    Den Spielreiz der "Südsee" möchte ich mit dem klassischen Carcassonne ausdrücklich nicht vergleichen, da wir das Grundspiel stets mit bis zu sechs großen und etlichen kleinen Erweiterungen spielen. Die Landschaft ist für einen Enthusiasten demnach logischerweise sehr klein, wobei aber die erste Südsee-Erweiterung ("Freitag") schon erschienen ist.


    Insgesamt bringt die "Südsee" ein etwas anderes Carcassonne-Spielerlebnis - aber ein durchaus sehr Positives! Aus meiner Sicht hat es eine ganz solide Note 2+ verdient!

    Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennen lernen, als im Gespräch in einem Jahr. [Platon]

    Einmal editiert, zuletzt von Frank Ziegler ()